AG016 Ozeanbildung ohne Kometen

11. Dezember 2014

Fontänen von Komet 67P (CC BY-SA 3.0 IGO ESA / Rosetta / NAVCAM / Gertrud Felber)

Fontänen von Komet 67P (CC BY-SA 3.0 IGO ESA / Rosetta / NAVCAM / Gertrud Felber)

Vier Monate umkreist Rosetta nun Tschurjumow-Gerasimenko. Die erste Kometenlandung ist Geschichte, der Lander Philae eingeschlafen. Die Muttersonde kreist aber weiter – und wird das wohl noch über ein Jahr lang tun. Nun gibt es erste handfeste Ergebnisse von ihr: Das Massenspektrometer ROSINA an Bord von Rosetta hat so etwas wie den Fingerabdruck des Wassers gemessen. Das Resultat scheint überraschend: Das Wasser der Erde kam kaum von einem Kometen wie Tschuri, vermutlich spielten Kometen als Wasserlieferanten überhaupt keine Rolle.

Um die neuen Daten zu verstehen, habe ich mit Kathrin Altwegg gesprochen. Sie ist Professorin in der Abteilung für Weltraumforschung und Planetologie der Universität Bern. Und sie ist verantwortlich für ROSINA: Das Rosetta Orbiter Spectrometer for Ion and Neutral Analysis. Es besteht aus zwei Massenspektrometern und einem Gasdrucksensor.

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Bilder

Kathrin Altwegg (Bild: CC-BY 2.0 Georg Eberle / TedX Bern)

Kathrin Altwegg (Bild: CC-BY 2.0 Georg Eberle / TedX Bern)

D/H-Messwerte aus dem Sonnensystem

Unter Kometen wurden verschiedene Werte von Deuterium über Wasserstoff (D/H) gemessen. Komet 67P Tschuri sticht aber hervor. (Bild: ESA, Daten aus Altwegg et al. 2014)

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AG015 Die erste Kometenlandung

19. November 2014

Philae nach dem Abdocken von Rosetta (Bild: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)

Philae nach dem Abdocken von Rosetta (Bild: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)

Am 12. November 2014 landete erstmals in der Geschichte eine Raumsonde auf einem Kometen: Philae. Nach zwei ungewollten Hüpfern stand Philae – und begann wissenschaftliche Daten der  unbekannten Kometenwelt zu sammeln. Leider arbeitete die Sonde nur 56 Stunden – danach war die Hauptbatterie an Bord erschöpft.

(Bild: Fred Goesmann)

(Bild: Fred Goesmann)

Sechs Tage später traf ich mich mit Fred Goesmann für ein Interview: Er ist leitender Wissenschaftler für das Instrument COSAC auf Philae (Cometary Sampling and Composition Experiment). Es ist so etwas wie die Nase der Sonde: Sie kann die vielen organischen Verbindungen im Kometenmaterial untersuchen, von denen wir längst noch nicht alle kennen. COSAC ist somit auch eines der komplexesten Instrumente an Bord – samt einem Gaschromatographen und einem Massenspektrometer, wofür zuvor das Material in winzigen Öfchen gekocht werden muss.

Fred Goesmann erzählt, wie er die kurze Missionszeit von Philae erlebte, was er in seinen (längst noch nicht fertig ausgewerteten) Daten erwartet – und ob Philae vielleicht wieder aufwachen könnte.

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Abstiegskamera ROLIS: Philae hinterlässt Abdrücke im Staub - den der Lander wohl auch aufwirbelte (Bild: ESA / Rosetta / Philae / ROLIS / DLR; ESA / Rosetta / MPS for OSIRIS-Team MPS / UPD / LAM / IAA / SSO / INTA / UPM / DASP / IDA; Emily Lakdawalla)

Abstiegskamera ROLIS: Philae hinterlässt Abdrücke im Staub – den der Lander wohl auch aufwirbelte (Bild: ESA / Rosetta / Philae / ROLIS / DLR; ESA / Rosetta / MPS for OSIRIS-Team MPS / UPD / LAM / IAA / SSO / INTA / UPM / DASP / IDA; Emily Lakdawalla)

Philae landet - und fliegt weiter (Bild: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)

Philae landet – und fliegt weiter (Bild: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)

Philae steht: Auf was er blickt, bleibt unklar. Im Vordergrund: Eines der drei Landebeine. (Bild: ESA/Rosetta/Philae/CIVA)

Philae steht: Auf was er blickt, bleibt unklar. Im Vordergrund: Eines der drei Landebeine. (Bild: ESA/Rosetta/Philae/CIVA)

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Hörempfehlung: Rosetta und Philae betreten Neuland

11. November 2014

Ich habe für den Deutschlandfunk ein halbstündiges Feature gemacht, für die Sonntagssendung Wissenschaft im Brennpunkt: Neuland. Rosetta erobert einen Kometen.

Hier geht es zur Seite zur Sendung, hier direkt zum MP3-Download.

AG014 Rohstoffe

23. Oktober 2014

Bild: Andreas Feininger / Library of Congress Prints and Photographs Division, Farm Security Administration - Office of War Information Collection / Wikimedia Commons / gemeinfrei

Bild: Andreas Feininger / Library of Congress Prints and Photographs Division, Farm Security Administration – Office of War Information Collection / Wikimedia Commons / gemeinfrei

Der Mensch kommt nicht ohne sie aus. Menschliche Kultur ohne sie wäre undenkbar. Jeder ist auf sie angewiesen – aber niemand will die Industrie in seinem Vorgarten haben: Es geht um Rohstoffe.

Ein weites Thema, das in dieser Folge von Gunnar Ries (Mineraloge) und Karl Urban (Geologe) ergründet wird, heruntergekocht und moderiert von Faldrian.

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Grafiken

Fakten

  • 1970 förderten Bergwerke noch halb so viel Metalle 1999: Da waren es 9,6 Milliarden Tonnen [1]
  • Energiebedarf des globalen Bergbaus in späten 1990er Jahren: 10% des Weltenergieverbrauchs [1]
  • SO2-Emissionen des globalen Bergbausin späten 1990er Jahren: 13% der globalen Emissionen [1]
  • Bis 2050 dürften Bergwerk 2-3 mal mehr Material fördern als heute [2]
  • Anders als erzählt, passierte der erste Nachweis von Aluminium noch ohne elektrolytische Verfahren
  • Das von Johannes Gutenberg verwendete Metall heißt Antimon. Wir sprechen von Antimonit – das ist das Mineral, aus dem Antimon gewonnen wird.

Quellen

[1] A. Whitmore: The emperors new clothes: Sustainable mining?, Journal of Cleaner Mining, 2006

[2] P. Laznicka: Giant Metallic Deposits: Future Sources of Industrial Metals, Springer, 2010

 

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AG013 Isländische Vulkane

16. September 2014

Ein isländischer Vulkan: Hekla (Bild: CC-BY 2.0 Sverrir Thorolfsson)

Ein isländischer Vulkan: Hekla (Bild: CC-BY 2.0 Sverrir Thorolfsson)

Sie heißen Eyjafjallajökull, Grímsvötn und momentan Bárðarbunga: Isländische Vulkane sind spätestens nach der Aschewolke von 2010 in aller Munde, wenn sie denn aussprechbar sind. Wir wissen mittlerweile: Island ist die Insel der Vulkane, die jederzeit ausbrechen können und die nicht nur das Leben einiger skandinavischer Bauern sondern von uns allen beeinflussen können.

Am 28. August 2014 begann der Bárðarbunga, viel Lava in das Vorland des Gletschers Vatnajökull zu schicken. Das nehme ich zum Anlass, mit Tobias Dürig zu sprechen. Der Würzburger Geophysiker arbeitet gerade an der Universität Island am europäischen Forschungsprojekt FutureVolc, das Ausbrüche zukünftig berechenbarer machen soll. Tobias beobachtet deshalb auch den aktuellen Ausbruch.

Zuletzt eine Empfehlung: Nebenan im Blog von Christian gibt es derzeit tägliche Infos zum aktuellen Ausbruch und der Ausbreitung des neuen Lavafelds, darunter auch eindrucksvolle Videos.

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